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Vielfalt wird konkret – Studierende entwerfen den Campus der Zukunft

Wie soll ein Campus aussehen, auf dem sich möglichst viele Menschen wohlfühlen? Bei der Preisverleihung des Diversity Preises 2025 wurde diese Frage sehr konkret: mit begrünten Lernorten, schattigen Rückzugsräumen, Outdoor-Fitnessgeräten, Trampolinen, barrierefreien Arbeitsplätzen – und der Idee, den Campus nicht nur nachhaltiger, sondern auch lebendiger zu machen. 

Ende Mai konnten Dr. Jette Hausotter, Leiterin des Referats für Gleichstellung und Antidiskriminierung und Dr. Susann Ullrich, Mitarbeiterin im Projekt „Grün-blauer Campus“, im Rahmen der Info- und Beteiligungs-Veranstaltung zum „Grün-blauen Campus“ gleich vier studentische Entwürfe auszeichnen. Die Preisverleihung zeigte vor allem eines: Studierende wünschen sich einen Campus, auf dem Lernen, Begegnung, Bewegung und Erholung selbstverständlich zusammengehören. Sally Paege, Referentin für Gender, Antidiskriminierung und Diversity, führte durch die Preisverleihung.
 

Zwischen Wettbewerb und Zukunftswerkstatt

Der Wettbewerb „Nachhaltiger Campus für Alle“ wurde im Sommersemester 2025 ausgeschrieben und richtete sich an alle HTW-Studierenden. Gesucht wurden Ideen für neue Aufenthalts-, Lern- und Begegnungsorte auf den Campusflächen der Hochschule. Die ausgezeichneten Entwürfe sollten – soweit möglich – in das laufende Projekt „Grün-blauer Campus“ zur nachhaltigen Campusgestaltung einfließen. Dabei ging es explizit nicht nur um Begrünung. Der Diversity Preis würdigt Ideen, die Vielfalt, Teilhabe und unterschiedliche Bedürfnisse auf dem Campus sichtbar mitdenken. Schließlich lernen, arbeiten, forschen und studieren rund 16.000 Menschen an der HTW Berlin – und sie bringen verschiedene Hintergründe und Bedürfnisse mit.
 

Vier Ideen, vier Perspektiven aufs Campusleben

Nachdem im vergangenen Wintersemester die Juryentscheidung fiel, folgte nun die feierliche Preisverleihung. Ausgezeichnet wurden die Entwürfe „Study Hive“ von Merlind Pohl, „Lebensraum Campus“ von Jasmina Guettal, „Campusforum“ von Michael Kaup und „Atrium – Von der Öde zur Oase“ von Robert Medicus. Die Jury bewertete die Konzepte unter anderem mit Blick auf Nachhaltigkeit, Bezug zum Thema Vielfalt, Aufenthaltsqualität, Gemeinschaftsaspekte und Umsetzbarkeit. 
Die Entwürfe machen deutlich, wie unterschiedlich Studierende den Campus denken:

  • Der Entwurf „Study Hive“ schlägt eine modulare Pavillonanlage an der Spree vor: ruhige, schattige Lernorte mit Solardächern, Regenwassernutzung und barrierefreien Arbeitsplätzen. Das Konzept richtet sich ausdrücklich auch an neurodivergente und geräuschempfindliche Menschen.
  • „Lebensraum Campus“ denkt noch größer: mit Outdoor-Klassenzimmern, entsiegelten Flächen, Hängematten, Bewegungsangeboten, Trampolinen und Sportzonen auf beiden Campus. Die Jury lobte die kreative und ganzheitliche Herangehensweise – diskutierte aber auch die Frage der Umsetzbarkeit.
  • Das „Campusforum“ konzentriert sich auf den Innenhof zwischen Gebäude B und C am Campus Wilhelminenhof. Angedacht sind überdachte Lern- und Aufenthaltsflächen mit Steckdosen, viel Begrünung und ein kleiner Outdoor-Fitnessbereich. Besonders positiv bewertete die Jury die offene Gestaltung.
  • Der Entwurf „Atrium – Von der Öde zur Oase“ setzt auf einen begrünten Laubengang rund um die bestehende Wiesenfläche. Die Idee: ein schattiger Rückzugsort mit Aufenthaltsqualität im Sommer, aber auch die Möglichkeit, auf der Wiese sitzend Sonne zu tanken – je nach individueller Vorliebe.

„Eigentlich wünschen wir uns mehr Bewegung“

Besonders spannend wurde es gegen Ende der Preisverleihung. Dr. Susann Ullrich fragte die Preisträger*innen, wie sie die aktuellen Planungen zum „Grün-blauen Campus“ einschätzen: Gefallen ihnen die Ideen des Projekts zur Campusentwicklung? Wurden ihre Ideen ausreichend berücksichtigt? Fehlt etwas? Denn die die Ideen der Preisträger*innen waren teils recht visionär und in dieser Form nicht eins zu eins in das Projekt integrierbar.
Die Antworten fielen sehr positiv aus. Die Studierenden bewerteten die bisherigen Planungen größtenteils als gelungen und unterstützenswert. Gleichzeitig wurde deutlich, dass viele sich zusätzliche Möglichkeiten wünschen, auf dem Campus aktiv zu werden: Die Preisträger*innen nannten vor allem niedrigschwellige Bewegungsangebote wie Outdoor-Sportgeräte, mehr Orte für spielerische Aktivität oder Flächen, die nicht nur zum Sitzen einladen. Das Thema Bewegung spielte in mehreren ausgezeichneten Konzepten eine zentrale Rolle – vom Fitness-Parcours über Boulderwände bis zu Trampolinen reichten die Ideen. Der Campus erscheint in den studentischen Entwürfen nicht mehr nur als Lernort, sondern als Lebensraum und Freizeitort.

Vom Wettbewerb zur realen Campusgestaltung

Nicht zufällig fand die Preisverleihung im Rahmen einer Veranstaltung des Projekts „Grün-blauer Campus“ statt: Bis Ende 2028 soll der Campus Wilhelminenhof teilweise entsiegelt und stärker begrünt werden, um dort mehr Aufenthaltsqualität zu schaffen als auch die Biodiversität zu fördern. Die Planungen dafür laufen auf Hochtouren und die Veranstaltung bot allen Hochschulmitgliedern die Gelegenheit, sich zum aktuellen Stand zu informieren und Wünsche und Ideen einzubringen. Die prämierten Entwürfe und die anschließenden Beteiligungs-Workshops zeigen jedenfalls: Studierende haben sehr konkrete Vorstellungen davon, wie ein nachhaltiger und inklusiver Campus aussehen kann – und sie denken dabei oft weiter als klassische Freiraumplanung. Es geht nicht nur um mehr Grün, sondern um Orte, an denen Lernen, Erholung, Begegnung und Teilhabe zusammengedacht werden.
 

Grün-blauer Campus: Programm der Info- und Beteiligungs-Veranstaltung

  • Begrüßung
  • Vorstellung des Planungsstands und weiteren Vorgehens
  • Verleihung des Diversity-Preises zur Campusgestaltung
  • Pause
  • Drei Workshop-Runden à 30 Minuten an drei Standorten auf dem Campus – Austausch zu Aufenthaltsqualität, Begrünung und Campusmobilität in den verschiedenen Bereichen
  • Zusammenfassung der Workshop-Ergebnisse und Verabschiedung