Experimente machen Physik anschaulich
Kleine physikalische Demonstration gefällig? Für Prof. Dr. Sophie Kröger auch im Büro ein Leichtes. Mit der Hand versetzt sie den hübschen Stein auf ihrem Schreibtisch in kreisende Bewegung. Und siehe da: In der Drehung richtet er sich vertikal auf. “Sie sehen die Auswirkung von Drehmomenten“, lächelt die Hochschullehrerin, die physikalisches Wissen in vielen ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen der HTW Berlin vermittelt. Anschauliche Experimente gehören zwingend dazu. „So versteht man jede Theorie besser“, sagt Prof. Dr. Kröger. Weil Experimente auch Laien viel Spaß machen, führt die Physikerin sie oft bei Veranstaltungen vor, sei es bei der Langen Nacht der Wissenschaften, der KinderUni Lichtenberg oder beim Girls`Day. Ihre Mission: Begeisterung für ein Fach wecken, das an Schulen zu den unbeliebtesten überhaupt gehört.
Flexibler Zugang zum Stoff statt Frontalunterricht
Prof. Dr. Kröger hat nicht nur ein Faible für anschauliche Experimente. Sie ist, nicht zuletzt aufgrund Erfahrungen in der eigenen Schulzeit, auch eine leidenschaftliche Gegnerin des Frontalunterrichts. „Er ist uneffektiv und trägt wenig zu einem echten Lernfortschritt bei, weil er den Lernenden ihre natürliche Neugier austreibt, und stattdessen Frustration oder Langeweile einkehren“, sagt die Hochschullehrerin. Sie ließ sich stattdessen von Unterrichtsmethoden inspirieren, die sie in den Schulen ihrer Kinder verfolgte, und sie holte sich Impulse aus diversen Weiterbildungen zu didaktischen Methoden. Prof. Dr. Kröger setzt in ihren Lehrveranstaltungen auf einen flexibleren Zugang zum Stoff, auf den persönlichen Rhythmus der Einzelnen und auf ihr jeweiliges Vorwissen.
Ausgezeichnet mit dem Preis für gute Lehre
Auch wenn sie ebenso bescheiden wie selbstkritisch sagt, dass ihr Unterrichtskonzept noch weit entfernt von ihren Idealvorstellungen ist, muss man doch konstatieren: Die Kröger`sche Lehre kommt an. 2022 bekam sie den Preis für gute Lehre der Hochschule. Unter anderem mit der Begründung, dass es ihr gelinge, Studierende mit Nachholbedarf zu fördern und gleichzeitig die Leistungsstarken zu fordern.
Begeisterung für die Physik wecken
Ähnliches gilt für die Lange Nacht der Wissenschaften oder die KinderUni Lichtenberg. Wenn dann Laien oder Kinder vor der Physikerin sitzen, dann hat sie auch für diese Zielgruppe die passenden Experimente parat. Zwei oder drei Themenblöcke hat Prof. Dr. Kröger in der „Schublade“, das Fließverhalten von Ketchup eignet sich eigentlich fast immer. Doch sie entwickelt auch gerne neue Experiment. „Wenn ich dann in leuchtende Augen schaue und das Publikum viel Spaß hat, habe ich alles richtig gemacht“, sagt sie. Und hofft still, bei dem einen oder der anderen eine nachhaltige Begeisterung für die Physik geweckt zu haben.
Weiterführende Links
- Personenseite von Prof. Dr. Sophie Kröger
- Die Lust am Lernen wecken: Campus Story über die Verleihung des Preises für gute Lehre
- Die wunderbare Welt der Mechanik