30 Jahre Facility Management
Wie lassen sich Gebäude professionell betreiben, Flächen sinnvoll nutzen und technische Systeme digital steuern? Vor 30 Jahren waren solche Fragen an deutschen Hochschulen kaum als eigenes Fachgebiet verankert. An der FHTW Berlin, der heutigen HTW Berlin, änderte sich das. Im Oktober 1996 startete Facility Management (FM) als Schwerpunkt im Studiengang Angewandte Informatik. Damit gehörte die Hochschule zu den Wegbereiterinnen der akademischen Ausbildung auf diesem Gebiet im deutschsprachigen Raum.

Ein neues Hochschulfach entsteht – deutschlandweit einmalig
Maßgeblich angestoßen hat diese Entwicklung Prof. Dr. rer. nat. habil. Michael May. Er wurde 1994 als Professor für Angewandte Informatik an die FHTW Berlin berufen und begann kurz darauf, Facility Management als neues Lehrgebiet aufzubauen. 1995 testete er das Thema zunächst mit einer Wahlpflichtveranstaltung, ein Jahr darauf wurde daraus ein regulärer Schwerpunkt. Die Ausgangslage war anspruchsvoll, erinnert sich May:
Es gab bis dato keinerlei FM-Ausbildung an Hochschulen im DACH-Raum.

Auch ein deutschsprachiges Fachbuch, das als Orientierung für das Curriculum hätte dienen können, fehlte. Aus dem Schwerpunkt entwickelte sich in den folgenden Jahren gemeinsam mit der heutigen Berliner Hochschule für Technik (BHT) ein Studienangebot mit Bachelor und Master.
Neue Anforderungen, neue Studiengänge
Seit den Anfängen hat sich das Fachgebiet deutlich weiterentwickelt. Heute heißen die Studiengänge “Workplace und Facility Engineering” im Bachelor und “Workspace Management und Real Estate Engineering” im Master. Vier Professuren prägen heute das Profil an der HTW Berlin:
- Prof. Dr.-Ing. Regina Zeitner mit Facility Management, Flächenmanagement und Klimaanpassung,
- Prof. Dr. Katja Ninnemann mit Digitalisierung und Workspace Management,
- Prof. Dr.-Ing. Markus Krämer mit Informations- und Kommunikationssystemen, Building Information Modeling und Prozessmanagement und
- Prof. Dr. Henning Große mit Betriebswirtschaft und Projektmanagement.
Das Spektrum reicht vom Betrieb und der Nutzung von Gebäuden über die Digitalisierung und intelligente technische Systeme bis zu nachhaltiger Flächennutzung und hybriden Arbeitsumgebungen.
Die neuen Studiengänge greifen Anforderungen auf, die sich seit 1996 grundlegend verändert haben. Regina Zeitner formuliert den Anspruch so:
Gebäude und Arbeitsorte müssen heute auf neue Formen der Zusammenarbeit, digitale Technologien und einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen reagieren. Mit den neuen Studiengängen verbinden wir diese Perspektiven und bereiten Studierende darauf vor, die Arbeits- und Immobilienwelten von morgen mitzugestalten.
