Mücahit Yilmaz

Mücahit Yilmaz

Mücahit Yilmaz hat Wirtschaftsingenieurwesen an der HTW Berlin studiert und arbeitet seit vergangenem Jahr als Lehrbeauftragter im gleichnamigen Studiengang für das Fach Investition und Finanzierung. Darüber hinaus hat sich der 27-Jährige vor kurzem selbstständig als Unternehmensberater gemacht. Er ist geboren und aufgewachsen in Berlin.

Wieso hast du dich für die HTW Berlin entschieden?

Das war ziemlich einfach. Mein Bruder hat hier studiert und hat mir die Hochschule weiterempfohlen.

Welche drei Adjektive beschreiben für dich die HTW Berlin am besten?

International, praxisorientiert und nachhaltig. International, weil hier sehr viele Menschen mit verschiedenen Kulturen, Biografien und Erfahrungen zusammenkommen. Für mich ist das eine absolute Bereicherung, weil man voneinander lernen kann und teils auch neue Perspektiven einnimmt. Praxisorientiert deshalb, weil darauf großen Wert an der HTW Berlin gelegt wird. In meinem Masterstudium hatte ich beispielsweise fast nur Projektarbeit und wenig Klausuren. Das gefiel mir sehr gut. Wenn man ehrlich ist, schreibt man in seinem späteren Job auch keine Klausuren mehr, da geht es darum, Projekte umzusetzen. Nachhaltig, weil sich die HTW Berlin stark in diesem Bereich engagiert, sei es in Studiengängen oder auch in Projekten auf dem Campus. 

Was gefällt dir an der Lehre?

Mir macht der Austausch mit Studierenden Spaß. Den Lehrstoff nur stumpf abzuarbeiten, ist aus meiner Sicht wenig zielführend: Ich stelle gerne Praxisbezüge zum Berufsleben her, um aufzuzeigen, wie vielseitig das Studium in Wirtschaftsingenieurwesen sein kann. Ich bin mit meinen 27 Jahren zwar noch sehr jung – manche Studierende sind sogar älter als ich – aber ich habe während meiner Studienzeit als Werkstudent in Unternehmen gearbeitet und dadurch viel Erfahrung sammeln können. Die gebe ich weiter.

Du baust dir gerade parallel zu deinem Lehrauftrag ein eigenes Business auf. Was empfiehlst du gründungsinteressierten Studierenden?

Erstens sich von Anfang an eine Werkstudentenstelle suchen. Das hat mir selbst sehr geholfen. Dann kann man schon frühzeitig wichtige Netzwerke in Unternehmen knüpfen. Zweitens würde ich empfehlen auch die Gründungsangebote der Hochschule zu nutzen. Ich selbst habe das leider nie getan, weil ich sie nicht kannte. Und drittens: Unbedingt mit anderen Studierenden vernetzen. Ich habe den Eindruck, dass sich die besten Startups durch ein paar Studienkollegen entwickeln.

Welche Tipps hast du für junge Menschen, die studieren wollen?

Wenn man noch gar nicht weiß, was man studieren will, dann würde ich in jedem Fall einen Studien-Online-Test empfehlen, um auszuloten, welche Fächer einen ganz allgemein interessieren. Darüber hinaus ist es aus meiner Sicht aber genauso wichtig zu schauen, worin man gut ist. Ich bin ein Fan davon, seine Stärken auszubauen. Und last but not least, würde ich persönlich auch schauen, wie die zukünftigen Jobperspektiven des Studiengangs sind, denn am Ende des Tages, muss man damit dann auch seinen Lebensunterhalt bestreiten.

Was bedeutet für dich Diversität?

Vielfalt in all ihren Facetten. Wenn alle gleich wären, dann wäre die Welt nicht so schön, wie sie ist. Wichtig wäre mir dabei aber auch das Recht auf Chancengleichheit zu betonen. Ich finde es sehr schade, und hier spreche ich aus eigener Erfahrung, wenn Menschen mit Migrationshintergrund, nicht die gleichen Chancen haben. Mir fiel es z. B. mit meinem Nachnamen sehr schwer eine Wohnung in Berlin zu finden. Ich weiß, dass das auf dem angespannten Wohnungsmarkt allgemein nicht leicht ist und ich will auch keinen Sündenbock suchen. Aber es gibt Studien, die zeigen, dass Menschen mit ausländisch klingendem Namen, benachteiligt werden.

Wo siehst du dich in zehn Jahren?

Das ist eine lange Zeit, bis dahin kann sich viel verändern. Mein Ziel ist aber schon Führungsverantwortung zu übernehmen, gerne auch als Geschäftsführer. Ich würde auch gerne noch als Lehrperson arbeiten.