Gemeinsame Ideen: Neue Wege zur Professur
Programme, Formate, Talentpools: Fünf Hochschulen im HAWtech-Netzwerk testen im Rahmen von FH-Personal unterschiedliche Ansätze, um Professor*innen zu gewinnen. Beim Austausch an der HTW Berlin wird sichtbar, wie aus einzelnen Projekten ein interdisziplinäres System entsteht.
Wie die HAWtech-Hochschulen gemeinsam neue Wege zur Professur entwickeln
Zwischen den Programmpunkten entwickeln sich die entscheidenden Gespräche. Eine Mitarbeiterin der HTW Dresden berichtet von ihrer letzten Infoveranstaltung zur HAW-Professur, der „Coffee Hour“. Im Nebenraum vergleichen Vertreter*innen anderer Hochschulen ihre Erfahrungen mit dem Aufbau von Talentpools.
Es sind diese Momente, in denen sich zeigt, worum es beim Netzwerktreffen im Rahmen von FH-Personal und HAWtech an der HTW Berlin geht: nicht nur um Austausch, sondern um konkrete Ansätze, die an verschiedenen Hochschulen parallel entstehen und dann im Netzwerk zusammengeführt werden.
Ein Ziel, unterschiedliche Wege
Im Rahmen des Programms FH-Personal arbeiten die Hochschulen daran, neue Wege zur Professur zu öffnen. Alle stehen vor derselben Herausforderung, doch sie entwickeln unterschiedliche Lösungen.
An der HTW Dresden setzt die Coffee Hour früh an: ein niedrigschwelliges Informations- und Gesprächsangebot, das Interessierten einen Einblick gibt, was eine Professur an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften bedeutet und ob dieser Weg für sie infrage kommt.
Parallel dazu bauen viele der HAWtech-Hochschulen systematisch Talentpools auf. Sie knüpfen frühzeitig Kontakte, halten sie über längere Zeit und können dadurch potenzielle Kandidat*innen später gezielt ansprechen.
An der HTW Berlin geht das Future Professors Programme noch einen Qualifizierungsschritt weiter: Es bereitet gezielt auf eine HAW-Professur vor, verbindet Praxis, Lehre und wissenschaftliche Qualifikation und schafft so einen strukturierten Zugang zu einer Laufbahn, die für viele bisher wenig greifbar war.
Und überall spielt ein weiterer Aspekt eine Rolle: die Arbeitgebermarke der Hochschulen. Also die Frage, wie sich Hochschulen als attraktive Arbeitgeberinnen positionieren und Menschen aus der beruflichen Praxis für eine Tätigkeit in Lehre und Forschung gewinnen können.
Wie aus einzelnen Ideen ein System entsteht
Für sich genommen bleiben diese Maßnahmen zunächst einzelne Projekte, erst im Austausch entsteht daraus ein größeres Bild.
Während eine Hochschule erprobt, wie sich Interessierte frühzeitig erreichen lassen, entwickelt eine andere Programme für die Qualifizierung vor der Übernahme einer Professur, und wieder eine dritte arbeitet daran, Berufungsverfahren besser zu organisieren. Im Netzwerk werden diese Erfahrungen zusammengeführt: Was funktioniert? Wo bestehen weiterhin Hürden? Und welche Ansätze lassen sich übertragen?
So entsteht schrittweise ein gemeinsames Verständnis davon, wie professorale Personalgewinnung an Hochschulen heute aussehen kann, nicht als einzelne Maßnahme, sondern als Zusammenspiel verschiedener Bausteine.
Was das Netzwerk möglich macht
Dass dieser Prozess funktioniert, liegt nicht nur an den Projekten selbst, sondern an der Art, wie sie miteinander verbunden sind.
Seit Beginn des Förderprogramms treffen sich die Hochschulen regelmäßig im HAWtech-Verbund, um ihre Entwicklungen zu teilen, voneinander zu lernen und Ideen weiterzudenken. Ein kontinuierlicher Austausch, der verhindert, dass jede Hochschule dieselben Fragen allein beantworten muss.
Was bleibt?
Mit dem nahenden Ende vieler Projekte im kommenden Frühjahr verschiebt sich der Fokus. Weniger die Entwicklung neuer Formate steht im Mittelpunkt als die Frage, welche davon dauerhaft bestehen bleiben.
Vieles ist angestoßen worden: neue Programme, neue Kommunikationswege, neue Formen der Ansprache. Doch ob daraus langfristige Strukturen entstehen, ist noch offen.
Gerade hier kann das Netzwerk entscheidend sein, nicht nur als Ort für neue Ideen, sondern als Möglichkeit, Erarbeitetes langfristig zu sichern.
