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„2.800 Verkehrstote sind einfach zu viel“

Befestigungshilfen für Kindersitze, die bei einem Unfall nicht halten würden; Sanitäter, die in eine bedrohliche Situation geraten können, wenn der Rettungswagen auf der Kreuzung verunfallt; versenkbare Türgriffe, die sich trotz Lebensgefahr für die Insassen von außen nicht öffnen lassen: Es ist die Sicherheit von Menschen in Fahrzeugen, der das besondere Interesse von Prof. Dr. Darius Friedemann gilt. „Wir haben uns an 2.800 Verkehrstote im Jahr gewöhnt, aber es sind zu viele“, sagt er. Mit seinen Themen erreicht der Ingenieurwissenschaftler eine große Öffentlichkeit. Denn die Sicherheit im Straßenverkehr betrifft alle: Automobilunternehmen und ihre Kundschaft, Profis und Laien, Groß und Klein. 

Crashtests für "Reallife-Safety Szenarien"

Beispiel Crash-Test. Wenn Prof. Dr. Friedemann mit seinen Studierenden dazu einlädt, rückt viel Publikum an, darunter ganze Schulklassen, aber auch Vertreter*innen von TÜV, DEKRA, Feuerwehr oder Berliner Verkehrsbetrieben. Untersucht werden "Reallife-Safety Szenarien", also Gefahren, die nicht durch genormte Versuche geprüft werden. Beim letzten Test prallte ein Mercedes Sprinter seitlich auf einen Rettungswagen. Während schon die ersten Videos viral gingen, war das HTW-Team noch mit der akribischen Dokumentation und Auswertung der Kollision zugange. Hat das Gurtsystem für stehende Rettungskräfte ordnungsgemäß funktioniert? Was war mit den Dummies im Inneren passiert? Bei jedem Crash-Test will der Ingenieurwissenschaftler Antworten gleich auf mehrere Fragen bekommen. Denn Vorbereitung und Organisation der Tests sind aufwändig.   

Jährliche Fachtagung "Technische Rettung"

Beispiel Fachtagung "Technische Rettung". Auch hier bindet der Hochschullehrer seine Studierenden ein und hat mit der Berliner Feuerwehr & Rettungsdienst Akademie sowie der Gesellschaft zur Förderung der fahrzeugtechnischen Bildung e.V. zwei Mitveranstalter gewonnen. Uniformen statt Jeans und Hoodies prägen den Campus an zwei Tagen, wenn sich alles um die Herausforderungen der technischen Rettung dreht. Die Themen interessieren auch Ingenieur*innen der Automobilkonzerne, die sich ebenfalls einfinden. Womit Prof. Dr. Friedemann sein Ziel erreicht hat: den interdisziplinären Dialog in Gang zu bringen. „Alle Automobilmarken waren zu Gast und nahmen Impulse für die Fahrzeugentwicklung mit“, sagt der Ingenieurwissenschaftler. Durch Aufklärung, so seine Hoffnung, lassen sich Fehlentwicklungen vermeiden wie jene, dass versenkbare Türgriffe einiger Hersteller von der Feuerwehr trotz Lebensgefahr für die Insassen nicht von außen geöffnet werden können. 

Als Wissenschaftler zur Aufklärung beitragen

Prof. Dr. Friedemann ist froh, als Wissenschaftler zu dieser Aufklärung beitragen zu können. Dabei hatte er eine Professur gar nicht auf dem Plan. Ein Kollege in der Autoindustrie machte ihn auf die Ausschreibung der HTW Berlin aufmerksam. Die Schwerpunkte Fahrzeugdynamik und Fahrzeugsicherheit passten so gut, dass er sich bewarb und prompt berufen wurde.   

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