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Matthias Sanner

Matthias Sanner

Die Professur an der HTW Berlin ist eine attraktive Karriereoption für den wissenschaftlichen Nachwuchs. So lautet die Botschaft. Sie prägnant zu formulieren und professionell an die richtige Frau und den richtigen Mann bringen – das ist der Job von Matthias Sanner, und zwar im Projekt „Talent Identification & Empowerment“ (TIEs). Vom Online-Self-Assessment, bei dem man den Beruf Professor*in Schritt für Schritt kennenlernt, über Video-Interviews bis zur internationalen Imagekampagne reicht das Spektrum der Aktivitäten, die entstanden sind. Mehr darüber erzählt Matthias Sanner im Interview. Der studierte Dolmetscher für Englisch und Französisch sammelte berufliche Erfahrungen in einer Berliner Marketing-Agentur, ehe er im Oktober 2023 an die HTW Berlin kam, als eines der ersten Mitglieder im TIEs-Team. Das Projekt läuft noch bis 2028 und wird dazu beitragen, dass die HTW Berlin bei der Rekrutierung des akademischen Nachwuchses strategisch besser aufgestellt ist.

Welches Ziel verfolgen Sie mit den Aktivitäten?

Es geht bei der gesamten Projektkommunikation darum, Interesse am Beruf Professor*in zu wecken und passende Informationen bereitzustellen. Und zwar nicht ganz allgemein, sondern speziell für die Professur an einer Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Die Unterschiede – beispielsweise die praktische Berufserfahrung als Voraussetzung für die Berufung oder die nicht notwendige Habilitation - kennen viele nicht; nicht einmal mir waren sie bewusst, obwohl ich meinen Bachelor an einer TH und den Master an einer Uni gemacht habe. 

Was ist dabei schon entstanden?

Wir haben eine Fülle von Informationen rund um die HTW-Professur zusammengetragen und online zur Verfügung gestellt. Außerdem haben wir Interviews geführt, Fotoshootings organisiert und Videos gedreht – für die Zeit, die sich die Beteiligten genommen haben, möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal herzlich bedanken. Unser konzeptioneller Ansatz: Die eigenen Professor*innen agieren als Testimonials, die im persönlichen Stil erzählen, warum sie eine Professur reizvoll finden, was sie an der Lehre mögen, wie sie es mit der Forschung halten und mit der Akademischen Selbstverwaltung. Das kommt gut rüber. Ein Online-Self-Assessment speziell für die HAW-Professur ist der neueste Baustein im Projekt. Damit ist der Moment erreicht, an dem wir guten Gewissens eine Imagekampagne fahren können.

Wie muss man sich das Online-Self-Assessment vorstellen?

So ähnlich wie die Online-Self-Assessments (OSA) für die Studiengänge. Ich habe das OSA gemeinsam mit meinen Kolleg*innen Ilka Borchardt und Maximilian Gutberlet konzipiert. Wir führen in das Berufsbild ein und in die Besonderheiten von HAWs, geben einen Einblick in den Berufsalltag inklusive Erwartungs- und Interessenabgleich sowie Informationen rund um die mögliche Karriere an der HTW Berlin. Das OSA ist für Interessierte gemacht, die selbstständig herausfinden wollen, ob sie für eine Professur geeignet sind bzw. eine Professur für sie in Frage kommt, wie die Lehre an der HTW Berlin aussieht und was akademische Selbstverwaltung bedeutet. Für den Durchlauf empfehlen wir drei Stunden. Man kann es natürlich auch in Etappen absolvieren und die Zwischenergebnisse speichern. Übrigens kenne ich keine HAW, die ein OSA für die Professur anbietet. Das scheint derzeit noch ein Alleinstellungsmerkmal zu sein. 

Und die Imagekampagne? Bitte verraten Sie mehr darüber!

Wir fahren eine digitale Imagekampagne - Anzeigen in den sozialen Medien sind günstiger als in Printmedien und können außerdem treffgenauer ausgespielt werden. Es gibt zwei Zielregionen: zum einen Osteuropa und dort zu Beginn Polen, zum anderen Deutschland. Eine der Headlines lautet zum Beispiel „Machen Sie mehr aus Ihrem Doktor“. 

In welchen Sprachen wird das passieren?

Sowohl in englischer als auch in deutscher Sprache. Aber das ist tatsächlich ein heikler Punkt. Die HTW Berlin steckt da in einem gewissen Dilemma. Einerseits werben wir international für unsere Professuren und glauben, dass sie vor allem für Nachwuchswissenschaftler*innen aus Osteuropa besonders attraktiv sind; andererseits ist die Internationalisierung der Hochschule noch nicht so weit fortgeschritten, dass das mühelos klappen würde. Wir haben zwar im Zuge des Projekts schon so manchen Vertrag und andere Dokumente übersetzt bzw. übersetzen lassen. Auch ein Bewerbungsverfahren können wir in englischer Sprache über die Bühne bringen. Aber die Akademische Selbstverwaltung findet eben durchgängig in deutscher Sprache statt. Da dürfen wir keine falschen Versprechungen machen, sondern müssen ehrlich bleiben. Wer an der HTW Berlin lehren oder forschen will, muss spätestens dann, wer er oder sie die Professur antritt, einen Deutschkurs absolvieren. 

Wirken sich die rigiden Sparmaßnahmen auf das Projekt aus?

Tatsächlich kann die HTW Berlin wegen der Sparmaßnahmen nicht so viele Professuren ausschreiben wie früher. Aber die Grundannahme im Projekt trifft immer noch zu und vor dieser Herausforderung stehen alle HAWs: Es ist in den letzten Jahren deutlich schwieriger geworden, geeignete Professor*innen zu finden – vor allem Bewerbungen von Frauen fehlen - und man muss sich intensiver um das Recruiting des akademischen Nachwuchses kümmern. Die Maßnahmen, die wir im Projekt bereits entwickelt haben und an denen wir noch arbeiten, haben einen nachhaltigen Nutzen. Dazu zählt beispielsweise auch eine Optimierung der Prozesse und Arbeitshilfen. Ich denke da an den sogenannten „Berufungsmonitor“, der online einen Überblick über die aktuellen Verfahrensstände der Berufungsverfahren an der HTW Berlin gibt. Er sorgt für größere Transparenz und wir auch genutzt, wie wird an Nachfragen merken. 

Außerdem nutzen wir die Zeit, um in Kooperation mit den Kolleginnen der Personalabteilung an der Arbeitgebermarke zu feilen. Alle Aktivitäten im Projekt TIEs dienen tatsächlich der Zukunftssicherung der Hochschule. Deshalb macht mir die Arbeit viel Freude. Ich habe mich immer gerne damit beschäftigt, Botschaften von A nach B zu bringen. 

Matthias Sanner
Matthias Sanner am Schreibtisch Matthias Sanner im Flur
Matthias Sanner sitzt auf Treppenstufen

Weiterführende Links

Das Projekt „Talent Identification & Empowerment“

Im Zuge des Projekts „Talent Identification & Empowerment“ (TIEs) werden bis 2028 vielfältige Maßnahmen konzipiert und realisiert, um die HTW Berlin bei der Rekrutierung von Professor*innen strategisch besser aufzustellen. Ziel ist es, nicht nur genügend Bewerber*innen zu finden, sondern die Besten der Besten identifizieren und für eine Professur zu interessieren. Das Spektrum der Maßnahmen reicht von einem gezielten Professurenmarketing über den Aufbau eines internationalen Talentnetzwerks bis zur Förderung und Entwicklung geeigneter Kandidat*innen, die an die Hochschule gebunden werden. 

Zur Projektwebseite

Die Fragen stellte Gisela Hüttinger, Transfer- und Projektkommunikation
Fotos: HTW Berlin/Alexander Rentsch

Berlin, 3. Februar 2026